Letzte Meldung

 

Soester Anzeiger vom 7.1.2017 (von Thomas Brüggestrasse)


Körbecke - Wieder spaltet ein Thema die Gesellschaft: Koffer packen und abhauen oder Pappnase auf und mitfeiern? Es ist Karneval, und dazu heben die Frohnaturen der Körbecker Karnevalsgesellschaft KKG ihre neue Oberjecken aufs Schild.

Die Wagenbauertruppe der „Störtebekers“ stürmt in diesem Jahr den Narrenthron – und auf dem sitzt jetzt einer, der sich sonst die Hacken wund rennt: 
 

Andreas I. „Ville“ Villbusch ist neuer Prinz, verteilt sonst die Post im Ort. Bernhard „Balke“ Balkenhol ist neuer „Adju“, verteilt auch: Magere Zinsen bei einem Geldinstitut. 

Bis Aschermittwoch gibt’s jetzt flotte Sprüche frei Haus und. Die Jecken strahlten bei der Vorstellung der beiden gestern glücklich. 

 

Wer sind die beiden, die ausziehen, den Körbeckern und allen Freunden ihres Karnevals „unwuise“ Lebensart zu deklinieren? 

Prinz „Ville“ stellte einstmals seine Küche zur Verfügung, damit die „Störtebekers“ sich dort gründen konnten. Angeblich steht die Küche immer noch. 

Auf jeden Fall blickt er zurück auf eine Karriere, die schon 1976 als Kinderbär begann. Es folgten Auftritte mit der Jugendmannschaft der Sportler, später mit der zweiten Mannschaft, unter anderem als Lilli Marleen, als Teilnehmer der Varusschlacht, als Dolmetscher, libyscher Despot und flotter Golfer. 

1993 wurde er Zeugwart im Vorstand der KKG, blieb bis 2005 und moderiert seitdem die Auftritte der „Störtis“ bei den Umzügen. 

Stets nur einen flotten Spruch entfernt und ebenso stets ein gefeierter Bühnenstar im Karneval: „Adju“ Bernhard Balkenhol. „’Ville’ und ‘Balke’, die beiden gibt’s nur im Doppelpack“, verrieten die KKG-Oberen – und sie sind Bernhard Balkenhol besonders dankbar: 

Von 1998 bis 2010 war er Schatzmeister – zuverlässig, korrekt und erfolgreich, und zum Abschied ausgezeichnet mit dem selten verliehenen Silbernen Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval. 

Einen schicken Hut trägt Prinz „Ville“ jetzt – mit der größten und längsten Feder im Körbecker Karneval. Die allergrößte Zier, sie fehlt derweil: Künftige Prinzessinnen sitzen bekanntlich viel beim Friseur. 

Wer die Haare am schönsten hat und das Dreigestirn komplett macht, das verraten die Karnevalisten bei der Prinzessinnenproklamation am 21. Januar in der Möhneseehalle.